Gynäkologie & Geburtshilfe
Genitalkarzinome der Frau: Diagnose
Bei den Frauen macht der Brustkrebs rund ein Viertel aller Krebserkrankungen aus (25,5%), an zweiter Stelle liegen Dickdarmkarzinome (14,2%), gefolgt von Tumoren der Gebärmutter und des Gebärmutterhalses (9%).
Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs)
Definition
Beim Zervixkarzinom handelt es sich in 85 % der Fälle um Plattenepithelkarzinome und in 15 % der Fälle um Adenokarzinome.
Ursachen
- Infektionen mit Human-Papilloma-Viren (HPV) Typ 16, 18, 31 und 33
- erhöhtes Risiko für Frauen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern, schlechter Hygiene, niedrigem sozialem Status und hoher Geburtenzahl
- Rauchen (die Abbauprodukte von Nikotin sind im Zervixsekret nachweisbar)
Epidemiologie
- Inzidenz: 10-15/100.000/Jahr
- dritthäufigster weiblicher gynäkologischer Tumor
- Altersverteilung: erster Gipfel zwischen 35–45 Jahren und zweiter Gipfel zwischen 65–75 Jahren
(siehe auch krebszentrum.at/Österreichische Statistik)
- Wie entsteht Krebs?
- Nach Infektion mit HPV Enstehung einer intraepithelialen Neoplasie (CIN I-III)
- Unkontrolliertes Wachstum der Tumorzellen
- Aussaat ("Metastasierung") von Tumorzellen
(Details siehe Kapitel Chemotherapie)
Stadien Zervixkarzinom
|
T
|
Primärtumor
|
|
T x
|
Primärtumor nicht beurteilbar |
|
T 0
|
kein Hinweis auf Primärtumor |
|
T is
|
Carcinoma in situ |
|
T 1
|
Karzinom streng auf den Gebärmutterhals beschränkt |
|
T 2
|
Ausbreitung des Karzinoms auf die oberen 2/3 der Scheide oder Parametrienbefall aber Beckenwand nicht befallen |
|
T 3
|
Karzinom erreicht unteres Drittel der Scheide oder Befall der Beckenwand |
|
T 4
|
Befall der Schleimhaut der Blase oder des Enddarms oder Ausbreitung über das kleine Becken hinaus |
|
N
|
regionäre Lymphknoten
|
|
N x
|
regionäre Lymphknoten nicht beurteilbar |
|
N 0
|
keine regionären Lymphknotenmetastasen nachweisbar |
|
N 1
|
regionäre Lymphknotenmetastasen |
|
M
|
Fernmetastasen
|
|
M 0
|
keine Fernmetastasen nachweisbar |
|
M 1
|
Fernmetastasen nachweisbar |
Metastasierung
- selten
- meist direkte Ausbreitung
Genetik
- derzeit keine gesicherten Befunde
Symptome
- Blutiger Fluor
- Fleischwasserfarbener Fluor
- Zyklusunabhängige Blutungen, Kontaktblutungen nach Geschlechtsverkehr
- Spätsymptome: Stenose der Ureteren, Kompression der großen Beckengefäße, Invasion in die Nervenplexus
Diagnostik
Inspektion bei der Spiegeleinstellung:
- Aufgetriebene Portio
- Unregelmäßige Oberflächenkonsistenz
- Ulkusbildung
- seltener exophytischer Tumor
Bimanuelle vaginale und rektovaginale Palpation
Bei endozervikalen Prozessen:
- Curettage der Zervix
Kolposkopie
Zytologie nach Papanicolaou
Sicherung der Diagnose durch histologische Untersuchung
- Biopsie
- Konisation
- Abrasio (bei vermutetem Intracervikalbefall)
Diverse Zusatzuntersuchungen nach Tumordiagnose, um Tumorausdehnung und evtl. Metastasen zu erfassen
Vorsorge
Empfehlungen zur Früherkennung maligner Erkrankungen
(für Österreich gültige allgemeine Empfehlung des Arbeitskreises AGO)
Es ist den an der Erarbeitung der nun vorliegenden Empfehlungen beteiligten wissenschaftlichen Gesellschaften bzw. ihren Arbeitsgruppen besonders zu danken, dass sie eine neuerliche Anstrengung unternommen und an der Erstellung der nunmehrigen Empfehlung mitgearbeitet haben. Im Sinne dieser Vorgangsweise wurde bewusst zwischen Screening und der Früherkennung in folgender Weise unterschieden:
Als Früherkennung wurde - in direkter Anlehnung an die Empfehlungen der American Cancer Society - die Entdeckung einer Abnormalität in einer asymptomatischen oder symptomatischen Einzelperson aufgefasst, während Screening die systemische Suche nach einer Erkrankung in einer definierten Population bedeutet hätte.
Bei der Erstellung der Empfehlungen zur Früherkennung maligner Erkrankungen wurden folgende Prämissen besonders beachtet:
- Es musste als gesichert gelten, dass die Untersuchung medizinisch effektiv in Hinblick auf eine Früherkennung der Krebserkrankung ist, um die Morbidität und/oder Mortalität positiv zu beeinflussen,
- die durch die Untersuchungen erzielten Vorteile sollten gegenüber den Risken überwiegen, und
die Untersuchungen selbst praktikabel und durchführbar sein.
Somit liegt nun eine für Österreich gültige allgemeine Empfehlung für die Mindesterfordernisse einer Früherkennung maligner Erkrankungen bei Einzelpersonen vor, von der wir wiederum hoffen, dass sie auf ähnliche Akzeptanz wie die vorhergehenden Publikationen dieser Arbeitsgemeinschaft stoßen und unser aller Arbeit im Sinne einer Standardisierung der Vorgangsweise für die sich uns anvertrauenden Menschen erleichtern wird.
(Univ. Prof. Dr. Christoph Zielinski, Univ.Prof. Dr. Michael Krainer, Univ.Ass.Dr. Thomas Brodowicz,
Koordinatoren des Arbeitskreises und des wiss. Komitees der ESO - Wien)
(Übersicht der Krebsarten, Genetische Testung, Tumormarker, wiss. Gesellschaften:
siehe krebszentrum.at/Vorsorge)
Vorsorge Zervixkarzinom
|
Normalpopulation
|
Maßnahme
|
Intervall
|
Empfehlung/Zeitpunkt
|
| Gynäkologische Untersuchung Zervix-, Vaginalzytologie, Kolposkopie |
jährlich
|
ab dem 19. Lebensjahr als Screeninguntersuchung empfohlen |
|
| Kolposkopie mit gezielter Biopsie | bei Auffälligkeit | ||
|
Endozervikale Curettage HPV-Typisierung |
bei negativer Kolposkopie und positiver Zytologie bei positiver Zytologie |
Corpus uteri-Karzinom(Gebärmutterkrebs, Endometrium-Karzinom)
Definition
- Das Corpuskarzinom entsteht im Gegensatz zum Zervixkarzinom im oberen Anteil der Gebärmutter (Corpus uteri). – Es entwickelt sich aus der Schleimhaut, dem sog. Endometrium, wodurch sich die Bezeichnung als Endometriumkarzinom erklärt.
Ursachen
- langdauernde Östrogengabe (ohne Progesteronanteil)
- Übergewicht
- hoher Blutdruck
- Diabetes mellitus
- Tamoxifentherapie bei Mammakarzinom
Epidemiologie
- Inzidenz: 15/100.000/Jahr
- häufigstes weibliches Genitalkarzinom
(siehe auch krebszentrum.at/Österreichische Statistik)
Stadien Gebärmutterkarzinom
|
T
|
Primärtumor
|
|
T 0
|
kein Primärtumor nachweisbar |
|
T is
|
Carcinoma in situ |
|
T 1
|
Tumor auf die Gebärmutter begrenzt |
|
T 2
|
Tumor erreicht den Gebärmutterhals |
|
T 3
|
Tumor breitet sich über die Gebärmutter hinaus aus |
|
T 4
|
Tumor befällt die Schleimhaut der Blase oder des Enddarms und/oder Ausdehnung über das Becken hinaus |
|
N
|
regionäre Lymphknoten
|
|
N 0
|
Lymphknotenmetastasen nicht nachweisbar |
|
N 1
|
Lymphknotenmetastasen im Becken oder entlang der Aorta |
|
M
|
Fernmetastasen
|
|
M 0
|
keine Fernmetastasen nachweisbar |
|
M 1
|
Fernmetastasen nachweisbar |
Metastasierung
- Leber
- Lunge
Genetik
- In einigen Familien konnte eine Häufung beobachtet werden, die Ursache ist derzeit noch nicht geklärt.
Symptome
- Postmenopausale Blutungen (wichtigstes klinisches Symptom)
- Blutiger bzw. eitriger Fluor
Diagnostik
Klinische Untersuchung
- Bimanuelle gynäkologische Tastuntersuchung, rektale Untersuchung
- Vaginalsonographie
Labor
- Routineuntersuchungen plus Nierenfunktion, CEA und CA-125
Apparative Diagnostik
- Fraktionierte Abrasio (für Diagnose entscheidend!), Hysteroskopie
- Röntgen Thorax in 2 Ebenen
- Sonographie des Beckens/Abdomens (Endosonographie)
- i.v.-Pyelogramm
- Zystoskopie
- Rektosigmoideoskopie
- CT des Beckens und Abdomens
- MR des Beckens
Vorsorge
(Siehe auch krebszentrum.at/Vorsorge)
Vorsorge Gebärmutterkarzinom
|
Normalpopulation
|
Maßnahme
|
Intervall
|
Empfehlung/Zeitpunkt
|
| gynäkologische Untersuchung |
jährlich
|
ab dem 19. Lebensjahr | |
| transvaginale Sonographie | Nutzen als Screeninguntersuchung derzeit nicht gesichert |
||
| Hysteroskopie, Curettage | bei Auffälligkeit (postmenopausale Blutung) | ||
| Risikopopulation: Familiäre Prädisposition eines Mamma-, Ovarial- oder Kolonkarzinoms, Adipositas, Hypertonie, Diabetes mellitus, Östrogenmonotherapie, Frauen im Senium |
|||
Ovarialkarzinom (Eierstockkrebs)
Definition
- Die Eierstöcke (Ovarien) sind Ursprungsorgane für eine Vielzahl von unterschiedlichen sowohl gut- als auch bösartigen Tumoren.
- Die Eierstöcke werden außerdem häufig durch Metastasen anderer Krebserkrankungen befallen, wie z.B. vom Brustkrebs, Lungenkrebs, Magen- oder Darmkrebs.
- Der häufigste bösartige Tumor, der vom Eierstock ausgeht, ist das Ovarialkarzinom.
- Histologisch werden drei verschiedene Formen unterschieden, der mucinöse, der endometriale und der seröse Krebs.
Ursachen
- genetische Faktoren
- Ernährung: erhöhter Konsum von tierischen Fetten und Fleisch
- Strahlenbelastung
Epidemiologie
- Inzidenz: 10 / 100.000 / Jahr
- Das Ovarialkarzinom liegt an sechster Stelle bei den Tumorerkrankungen der Frau
(siehe auch krebszentrum.at/Österreichische Statistik)
Stadien
- Von größter prognostischer Bedeutung ist das Stadium des Tumors zum Zeitpunkt der Diagnose.
- Die Stadieneinteilung wird nach den Richtlinien der TNM-Klassifizierung von 1966 oder der FIGO (International Federation of Gynecology and Obstetrics) von 1964 vorgenommen.
- Eine exakte Stadieneinteilung ist die Voraussetzung für eine stadiengerechte Therapie!
Stadien Ovarialkarzinom (TNM)
|
T
|
Primärtumor
|
|
T 1
|
Tumor auf die Eierstöcke begrenzt |
|
T 2
|
Tumor eines oder beider Eierstöcke mit Ausdehnung im kleinen Becken |
|
T 3 ^ N 1
|
Tumor eines oder beider Eierstöcke, Metastasen des Bauchfells außerhalb des kleinen Beckens und/oder regionäre Lymphknotenmetastasen |
|
M
|
Fernmetastasen
|
|
M 0
|
Fernmetastasen nicht nachweisbar |
|
M 1
|
Fernmetastasen nachweisbar |
Stadieneinteilung der Ovarialkarzinome (FIGO)
|
Stadium I
|
beschränkt auf die Ovarien | |
|
IA
|
beschränkt auf ein Ovar, kein Aszites (Kapsel intakt) | |
|
IB
|
beschränkt auf beide Ovarien, kein Aszites | |
|
IC
|
beschränkt auf ein oder beide Ovarien; Kapseldurchbruch und/oder Aszites mit Tumorzellen | |
|
Stadium II
|
Befall eines oder beider Ovarien und Ausdehnung in das kleine Becken | |
|
IIA
|
Ausdehnung oder Metastasen auf oder in den Uterus und/oder die Tuben | |
|
IIB
|
Ausdehnung auf andere Organe des kleinen Beckens | |
|
IIC
|
Wie IIB, zusätzlich Aszites mit Tumorzellen | |
|
Stadium III
|
Befall eines oder beider Ovarien mit intraperitonealer Metastasierung außerhalb des kleinen Beckens oder Befall retroperitonealer Lymphknoten | |
|
Stadium IV
|
Befall eines oder beider Ovarien mit Fernmetastasen außerhalb der Peritonealhöhle (Pleuraerguss wird nur als IV gewertet, wenn Tumorzellen nachweisbar; Leber: oberflächliche Kapselmetastasen gelten nicht, intrahepatische Herde immer als IV |
|
Metastasierung
- Leber
- Pleura
- Lunge
- Knochen
- Bauchfell
Genetik
- Das Risiko aller Frauen, an einem genetisch bedingten Ovarialkarzinom zu erkranken, beträgt 0.05 %.
- Es sind drei erbliche Syndrome bekannt, darunter ist auch das BRCA 1 od BRCA 2-Genmutation.
Histologie
- Ovarialtumoren bilden keine histologische Einheit; sie werden unterteilt in seröse, muzinöse, endometroide, mesonephrische und unklassifizierbare Tumoren.
- 85–90 % der primären Ovarialtumoren epithelial, ca. 10% metastatisch (Mamma-Ca; Darmtumoren)
Symptome
- Tumorwachstum macht erst sehr spät Beschwerden, deshalb werden die meisten Ovarialkarzinome erst im Stadium III bereits mit einer Peritonealkarzinosis diagnostiziert
- Unklare Oberbauchbeschwerden, Gewichtsverlust
- Schweregefühl im Körper, Aufgetriebener Körper
- Aszites, Miktionsbeschwerden, Störungen des Stuhlgangs
- Zyklusstörungen, postmenopausale Blutungen
- Thrombosen und Ödem eines Beines
Diagnostik
- Frühdiagnose erschwert durch schnelles Wachstum und
- Fehlende charakteristische Frühsymptome; dzt. wenig zufriedenstellende Screening-Parameter
Klinische Untersuchung
- Vergrößerung eines/beider Ovarien, mehrere größere oder kleinere Ovarialtumoren, die derb, verwachsen und uneben sind
- Knotige Infiltrate im Douglas, manchmal ohne wesentliche Vergrößerung der Ovarien
Labor
- Routineuntersuchungen und CA-125
- Aszites/Pleuraerguß: Zytologie + CA-125 des Punktates
- Bei Verdacht auf Keimzelltumoren: AFP und b-HCG
Apparative Untersuchungen
- Vaginalsonographie
- Sonographie des gesamten Abdomens; Doppler US (gesteigerte Angiogenese)
- Computertomogramm des Abdomens und kleinen Beckens
- Zystoskopie
- Rektosigmoideoskopie
- Röntgen Thorax in 2 Ebenen
- i.v.-Pyelogramm fakultativ
- MR des Abdomens
Merke
Wichtigste Staging-Maßnahme ist die Operation nach pathologisch-anatomischen Gesichtspunkten!
Vorsorge
(Siehe auch krebszentrum.at/Vorsorge)
Vorsorge Ovarial-/Tubenkarzinom
|
Normalpopulation
|
Maßnahme
|
Intervall
|
Empfehlung/Zeitpunkt
|
| gynäkologische Untersuchung |
jährlich
|
ab dem 19. Lebensjahr | |
| transvaginale Sonographie | Nutzen als Screeninguntersuchung derzeit nicht gesichert |
||
| Serum-Tumormarker CA 125 | bei Auffälligkeit | ||
| Risikopopulation: Familiäre Prädisposition eines Mamma-, Ovarial- oder Kolonkarzinoms, Adipositas, Hypertonie, Diabetes mellitus, Frauen im Senium |
|||
Prognose
Die Prognose ist abhängig von
- der primären Ausdehnung
- Größe des postoperativen Resttumors
- maligner Potenz des Tumorgewebes
- Sensitivität des Tumors auf Zytostatika (geringe Chemosensibilität bei Borderline-Karzinom)
- Alter und Allgemeinzustand
In Stadium T 1 ist in ca. 80 % Heilung erzielbar, in Stadium T 3/N 0-3 leben nach 10 Jahren nur noch ca. 10 %.
Nach 10 Jahren überleben bei den Differenzierungsgraden G I (gut differenziert), G II (mäßig differenziert) und G III (schlecht bzw. undifferenziert) ca. 70%, 20% bzw. 10%.
Muzinöse Karzinome haben eine vergleichsweise gute, undifferenzierte Karzinome eine sehr schlechte Prognose.
BorderlineTumore: Tumore der Ovarien mit geringem malignen Potential, aber schlechter Chemosensitivität.
Vulvakarzinom(Krebs der äußeren weiblichen Geschlechtsorgane)
Definition
- Unter der Bezeichnung Vulvakrebs ist eine Vielzahl von histologischen Veränderungen zusammengefasst, die in intraepitheliale und invasive Tumore unterteilt werden können.
- Der Vulvakrebs ist ein seltener bösartiger Tumor der äußeren Geschlechtsorgane bei der Frau, der hauptsächlich jenseits der Menopause, auftritt (in Senium)
Ursachen
- gehäuft bei Frauen mit Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht
- virale Infektionen (humane Papillomaviren, Herpes simplex)
- Präkanzerosen (z.B. Leukoplakien)
Epidemiologie
- sehr selten
- 4% aller weiblichen Genitalkarzinome
(siehe auch krebszentrum.at/Österreichische Statistik)
Stadien Vulvakarzinom
|
T
|
Primärtumor
|
|
T is
|
Carcinoma in situ |
|
T 1
|
Tumoren bis 2cm, begrenzt auf die äußeren Geschlechtsorgane oder den Damm |
|
T 2
|
Tumor >2cm, aber beschränkt auf die äußeren Geschlechtsorgane oder Damm |
|
T 3
|
Tumor beliebiger Größe, Befall der Harnröhre, Scheide oder des Afters |
|
T 4
|
Tumor beliebiger Größe, Befall des oberen Teils der Harnröhre, Blase, Enddarm oder der Beckenwand |
|
N
|
regionäre Lymphknoten
|
|
N 0
|
regionäre Lymphknoten nicht befallen |
|
N 1
|
einseitige regionäre Lymphknotenmetastasen |
|
N 2
|
beidseitige regionäre Lymphknotenmetastasen |
|
M
|
Fernmetastasen
|
|
M 0
|
keine Fernmetastasen |
|
M 1
|
Vorliegen von Fernmetastasen |
Histologie
- Plattenkarzinom
- Adenokarzinom (Bartholin'sche Drüse)
- Melanom
Metastasierung
- selten
-
meist direkte Ausbreitung
Symptomatik
- lang anhaltender Juckreiz
- therapieresistente Läsionen
- ausgedehnte Ulzerationen
- Geruch
- Blutungen und Schmerzen
Diagnostik
klinische Untersuchung
- Vilvoskopie
- Biopsie, Spekulumuntersuchung, Cystoskopie, Proctoskopie, Urographie, Lungenröntgen
- Flache derbe Ulzerationen
- Seltener exophytisches Wachstum (derbe oberflächlich ulzerierte Knoten)
- Oft Abklatschmetastase auf der gegenüberliegenden Labie
- Später ausgedehnte Ulzerationen mit stinkenden Zerfallshöhlen
- Frühzeitige Metastasierung in die Leisten-Lymphknoten
- CT Abdomen
Vorsorge
(Siehe auch krebszentrum.at/Vorsorge)
Vorsorge Vulvakarzinom
|
Normalpopulation
|
Maßnahme
|
Intervall
|
Empfehlung/Zeitpunkt
|
| gynäkologische Untersuchung |
jährlich
|
ab dem 19. Lebensjahr | |
| Vulvoskopie, Gezielte Biopsie | bei Auffälligkeit | ||
| Risikopopulation: Promiskuität, HPV-Infektion, Frauen im Senium |
|||
Vaginalkarzinom (Krebs der Scheide)
Definition
Scheidenkrebs ist ein seltener bösartiger Tumor der Geschlechtsorgane der Frau, der hauptsächlich jenseits der Menopause, also der letzten Regelblutung, auftritt. Je nach dem zugrundeliegenden Zelltyp wird der Scheidenkrebs eingeteilt in:
- Plattenepithelkarzinome
- Adenokarzinome
- Carcinoma in situ
- Maligne Melanome
- Sarkome
- metastat. Absiedlungen
Ursachen
- virale Infektionen (Human Papillomaviren)
- Strahlenexposition
- chronische Reizzustände (z.B. durch Pessar)
- chronische Entzündungen
Epidemiologie
- sehr selten,
- ca. 1-2% aller gynäkologischen Malignome
(siehe auch krebszentrum.at/Österreichische Statistik)
Stadien Vaginalkarzinom
|
T
|
Primärtumor
|
|
T 0
|
kein Hinweis auf Primärtumor |
|
T is
|
Carcinoma in situ |
|
T 1
|
Tumor auf die Scheide begrenzt |
|
T 2
|
Tumor infiltriert das umliegende Gewebe |
|
T 3
|
Tumor erreicht die Beckenwand |
|
T 4
|
Tumor infiltriert die Schleimhaut der Blase oder des Enddarms und/oder überschreitet die Grenzen des kleinen Beckens |
|
N
|
regionäre Lymphknoten
|
|
N 0
|
kein Hinweis auf Lymphknotenmetastasen |
|
N 1
|
regionäre Lymphknotenmetastasen auf einer Seite |
|
N 2
|
Lymphknotenmetastasen auf beiden Seiten |
|
M
|
Fernmetastasen
|
|
M 0
|
keine Fernmetastasen |
|
M 1
|
Fernmetastasen nachweisbar |
Metastasierung
- sehr selten
- meist direkte Ausbreitung
Vorsorge
(Siehe auch krebszentrum.at/Vorsorge)
Vorsorge Vaginalkarzinom
|
Normalpopulation
|
Maßnahme
|
Intervall
|
Empfehlung/Zeitpunkt
|
| Gynäkologische Untersuchung Zervix-, Vaginalzytologie, Kolposkopie |
jährlich
|
ab dem 19. Lebensjahr als Screeninguntersuchung empfohlen |
|
| Kolposkopie mit gezielter Biopsie | bei Auffälligkeit |








